Der Jakobsweg-Nordweg im September vereint das Beste aus beiden Jahreszeiten: Die Hitze lässt nach, aber das gute Wetter hält an, die im August überfüllten Herbergen haben wieder freie Betten, und die Etappen werden in sanfterem Licht gegangen. Es ist schlicht der Monat, den diejenigen bevorzugen, die den Weg schon mehr als einmal gegangen sind.

Jedes Jahr passiert dasselbe in den Dörfern am Nordweg: Juli und August füllen die Herbergen bis zum letzten Bett, an den Brunnen gehen die Plastikbecher aus, und die Pilgerbars arbeiten in Doppelschichten, um das Pilgermenü zu servieren. Und jedes Jahr ändert sich etwas, sobald der September beginnt. Die Rucksäcke ziehen weiterhin an den Häusern von Bareyo und Güemes vorbei, aber mit weniger Eile, weniger Menschen und einer anderen Stille auf dem Weg.

Das ist nicht nur ein Gefühl. September und, in geringerem Maße, Oktober gelten bei Pilgern selbst wie bei den Jakobsweg-Vereinigungen als der Ausgleichspunkt des Jahres: weder der sommerliche Andrang noch die strenge Kälte des kantabrischen Winters. Wer diese Tage oder den September nächsten Jahres für den Aufbruch ins Auge fasst, sollte wissen, was Wetter, Herbergen und Gepäck betrifft.

Wetter und Temperaturen im September und Oktober an der kantabrischen Küste

Der kantabrische Sommer ist nicht glühend heiß, aber feucht und schwül; im September löst sich dieses Gefühl auf. Die Höchstwerte liegen bei etwa 21 °C, die Tiefstwerte bei etwa 17 °C, mit im Schnitt kaum zwei Regentagen im ganzen Monat – ideale Temperaturen, um sechs bis acht Stunden ohne Anstrengung zu wandern. Im Oktober sinkt das Thermometer noch etwas weiter, auf Höchstwerte von 19 °C und Tiefstwerte von 15 °C, und Regen macht sich häufiger bemerkbar. Die praktische Schlussfolgerung ist einfach: Wer wählen kann, findet in der ersten Septemberhälfte das beste Gleichgewicht zwischen mildem Wetter und stabilem Himmel, während man ab Mitte Oktober mit mehr Regentagen rechnen muss.

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Weniger Pilger, mehr Plätze in den Herbergen

Der Nordweg war nie die meistbegangene Route – dieser Titel gehört dem Camino Francés –, und im Herbst macht sich diese Ruhe noch stärker bemerkbar. Herbergen, bei denen man im August unbedingt bis Mittag ankommen muss, um ein Bett zu bekommen, lassen im September Spielraum, die Etappe spontan zu entscheiden. Ein Vorbehalt: Nicht alle Herbergen bleiben die ganze Saison geöffnet, mehrere der kleineren schließen ab Oktober mangels Nachfrage, daher lohnt es sich, Öffnungszeiten zu bestätigen, wenn der Plan bis weit in den Monat reicht.

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Wer auf dem Weg durch Bareyo eine Unterkunft sucht, findet in unserem Guide zu Güemes und der berühmtesten Pilgerherberge des Nordwegs die ausführliche Geschichte dazu. Und wer sich über die komplette Route durch Kantabrien noch nicht im Klaren ist, sollte die Etappen vor dem Aufbruch noch einmal durchgehen.

Was für den Wetterwechsel in den Rucksack gehört

Der kantabrische Herbst ist launisch: Ein Tag kann mit tiefliegendem Nebel beginnen, sich am späten Vormittag aufklären und am Nachmittag in einen Schauer übergehen – alles innerhalb derselben Etappe. Der Schlüssel liegt im Zwiebelprinzip: ein technisches Unterhemd, eine leichte zweite Schicht für die sonnenärmeren Stunden und eine wirklich wasserdichte Jacke – kein bloßer Windbreaker – die immer griffbereit bleibt und nicht ganz unten im Rucksack verstaut wird. Dazu eine wasserdichte Rucksackhülle, Ersatzsocken – Feuchtigkeit am Fuß ist zu dieser Zeit die Hauptursache für Blasen – und etwas Warmes für die Nächte, die schon deutlich kühler sind als im Juli.

Kürzere Tage: Etappen ohne Stress planen

Die Kehrseite des Septembers ist, dass die Sonne früher untergeht: Im Vergleich zum August gehen 40 bis 60 Minuten Tageslicht verloren, und im Oktober wird der Unterschied noch größer. Das ist kein Problem, wenn man den Zeitplan anpasst: früh aufbrechen, solange das Licht noch tief und kühl steht, und vermeiden, die Ankunft in der Herberge nach sieben Uhr abends einzuplanen. Im Gegenzug gewinnt man das Beste dieser Jahreszeit: ein flacheres, weniger senkrechtes Licht, das Schatten auf Wegabschnitte wirft, wo es im August keinen Schutz vor der Mittagssonne gab.

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Was Sie wissen sollten

  • September: Höchstwerte 21 °C, Tiefstwerte 17 °C, im Schnitt etwa 2 Regentage.
  • Oktober: Höchstwerte 19 °C, Tiefstwerte 15 °C, und der Regen liegt bereits bei rund 9 Tagen im Monat.
  • Die kleinsten Herbergen am Nordweg schließen ab Oktober mangels Nachfrage: Öffnungszeiten bestätigen, wenn man gegen Monatsende unterwegs ist.
  • Die Federación Española de Asociaciones de Amigos del Camino de Santiago empfiehlt ausdrücklich Frühling und Herbst als beste Wanderzeiten, noch vor dem Sommer.
  • Die wasserdichte Jacke immer griffbereit halten, nicht ganz unten im Rucksack.

"Im August geht man den Jakobsweg mit gesenktem Kopf und in Eile, um anzukommen. Im September geht man ihn mit offenen Augen für die Umgebung."

Wer schon durch Bareyo gewandert ist, weiß, dass der September auch das Dorf verändert: Die Strände leeren sich, die Bars bekommen ihre Tische für die Einheimischen zurück, und die Ría de Ajo bleibt denjenigen überlassen, die sie in Ruhe betrachten wollen. Es ist dieselbe Nebensaison, die ab September 2027 zum Alltag derer wird, die in den Villen von Bareyo Residences leben: kein herbstlicher Kurztrip von ein paar Tagen, sondern der normale Rhythmus des ganzen Jahres.